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Woran ist der knapp 36jährige Wolfgang Amadé Mozart am 5.12.1791 kurz vor 1 Uhr in der Früh gestorben? Warum ist sein Grab verschollen?

Diese Fragen beschäftigen über zwei Jahrhunderte nach seinem Tod immer noch die Gemüter der Mozartfreunde aller Herren Länder. Folgende Fragen zu seiner Krankheit, seinem Sterben und seiner Grablegung werden erstmals beantwortet:

Warum wies Dr. Th. Closset den 15 Tage lang dahinsiechenden Mozart nicht ins Allgemeine Krankenhaus zu Wien ein, wo er als leitender Arzt angestellt war? Warum sah er sich veranlaßt, im Sterbefall Mozart den ausgewiesenen Giftspezialisten Dr. M. Sallaba zu konsultieren? Warum eilte der hohe Staatsbeamte Baron Gottfried van Swieten unmittelbar nach Mozarts Ableben durch die kalte Winternacht ins Sterbehaus zur Witwe, die ihn übrigens gar nicht näher kannte, und warum ordnete dieser steinreiche Mann für den europaweit berühmten Hofmusiker ein pietätloses Begräbnis dritter Klasse inclusive mehrfach belegtem Schachtgrab an?

Warum sorgte nicht überhaupt Mozarts zahlreiche angeheiratete, in Wien lebende Verwandtschaft für die Begräbnisangelegenheiten? Warum wurde Mozarts Tod der Öffentlichkeit am Vormittag des 5.12.1791 verheimlicht? Gab es überhaupt eine Einsegnung der Leiche, und wenn ja, warum fand sie strikt außerhalb des Domes von St. Stephan statt? Gab es ein Schneetreiben, das die Trauergemeinde zwang, den Sarg auf dem Wege seiner Überführung zum St. Marxer Friedhof im Stich zu lassen und umzukehren? Warum besuchten weder Mozarts zahlreiche Verwandten, Maurerbrüder, Freunde noch Kollegen in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren sein Grab, so daß seine letzte Ruhestätte verschollen ist? Warum machte Constanze sich erst nach geschlagenen 17 Jahren das erste und einzige Mal auf den Weg zum Friedhof, und zwar auf Drängen eines Bekannten? Warum ging Schwager J. Lange in seiner Autobiographie von 1808 mit nicht mehr als einem Halbsatz auf den Tod seines genialen Verwandten ein, während er doch dem Tode einer Kollegin eine ganze Seite widmete?

Warum weigerte sich der schreibgewandte Weltmann und aktive Augenzeuge Baron Gottfried van Swieten gleich mehrere Male, einen Beitrag zu einer erweiterten Mozartbiographie zu verfassen? Warum befragte Mozartbiograph G.N. Nissen nicht seine Ehefrau Constanze; warum bat er stattdessen deren in der Ferne wohnenden Schwester Sophie Haibl schriftlich um Auskünfte zum Tode Mozarts? Wer hat das Gerücht in Umlauf gesetzt, A. Salieri sei Mozarts Feind gewesen? Wer hat im Autographen des Requiem KV 626 den handschriftlichen Hinweis auf die Autorenschaft Mozarts gefälscht? Warum sind die Noten letzter Hand (Freimaurerkantate KV 623) völlig verzittert niedergeschrieben?

Warum verweigerten, auch auf wiederholte Bitten der Schwägerin Sophie, die Kleriker der Pfarre von St. Peter und auch die Pfarrer von St. Stephan, in der ja Mozart die letzten Monate seines Lebens unentgeltlich als Kirchenmusiker tätig gewesen war, dem Sterbenden das Sakrament der Krankensalbung? Waren sie dazu berechtigt? Warum konnten die Exequien nicht in seiner Heimatkirche St. Stephan gehalten werden? Warum gedachte Wien in keiner Form des berühmten Toten, während in Prag sogleich eine würdige Totenfeier unter Anteilnahme der gesamten Stadt abgehalten wurde? Warum veranstalteten Mozarts Freimaurerbrüder erst Monate nach den Ereignissen und nicht sofort, wie sonst, für die Witwe mit ihren zwei kleinen Kindern eine Geldsammlung? Warum ist über deren Ergebnis nichts bekannt? Warum wurde die Trauerloge zu Mozarts Gedenken nicht, wie dort üblich, bereits wenige Tage nach Mozarts Tod, sondern erst ein knappes halbes Jahr später gehalten?

Warum firmiert darin Mozart unter ferner liefen, und warum führt die dabei verlesene Maurerrede Mozarts Tod als „schmachvollen Gegenstand“ ein? Warum wird in ihr von „ekelhaften Insekten, denen der Körper je nach Beschaffenheit der Umstände als Wohnung und Speise dient“, von einer Krankheit, deren Namen nicht genannt werden kann und zudem reichlich von der Tugend verhandelt? Warum mündet die Rede in den Ruf: “Sein früher Tod sey uns die kräftigste Aufmunterung zur Tugend“? Warum verlor der Leitende Staatsbeamte Baron van Swieten (Sohn des Arztes Gerard van Swieten, welcher mit dem „Liquor Swietenii“ knapp 5.000 Kranke von der damals in Wien grassierenden Syphilis geheilt hatte), genau am Todestag des k.k. Kapellmeisters Mozart durch ein Handschreiben Kaiser Leopold II. seinen hohen Posten als Präses der Studien-Hofkommission? Warum attackierte der subalterne Hofangestellte Franz Hofdemel einen Tag nach Mozarts Tod seine hochschwangere Frau Magdalena, Klavierschülerin Mozarts, mit einem Rasiermesser und entleibte sich anschließend selbst? Warum besuchten die Kaiserin und ihr Hofstaat die bürgerliche Magdalena?

Warum weigerte sich Beethoven, dem Magdalena vorgestellt wurde, mit dem Ausruf: „Hofdemel? Ist das nicht die Frau, die die Geschichte mit Mozart gehabt hat?“, vor ihr zu spielen? Warum schrieb C.F. Zelter 1827 seinem Freund J.W. v. Goethe, Mozart habe seine robuste Gesundheit mit Weibern ruiniert? Warum mußte der greise J. Haydn bei Erwähnung des Namens seines längst verstorbenen Freundes immer weinen? Warum ließ der Magistrat der Stadt Wien erst nach dem Tode aller Zeitzeugen Mozarts Grab ein erstes Mal suchen?

Warum behandelt das offizielle Wien nach Bekunden des englischen Historikers F. Carr bis auf den heutigen Tag Mozarts Tod und Begräbnis „mit äußerster Verlegenheit, Saumseligkeit und schamvoller Zurückhaltung“?

Mozart’s Death – a Riddle is Solved What did the nearly 36-year-old Wolfgang Amadé Mozart die of shortly before 1 a.m on 5th of December 1791? Why has his grave been lost? – More than two centuries after his death these questions still occupy the minds of many Mozart enthusiasts from all walks of life. For the first time, the following questions about his illness, death and burial have been addressed: Why did Dr. Th. Closset not send Mozart, who was bedridden for 15 days, to the General Hospital of Vienna, where he was employed as an assistant medical director? Why did he feel it necessary to consult the expert on poison and poisoning Dr. M. Sallaba? Why, immediately after Mozart’s death, did the high civil servant Baron Gottfried van Swieten hurry through the cold winter night to the widow (whom he did not even know well) in her flat? Why did this extremely rich man order a wretched third class burial for the musician renowned throughout Europe? Why did Mozart’s numerous in-laws not arrange the burial? Why was Mozart’s death kept secret on the morning of 05.12.1791? Was there a consecration of the corpse, and if so, why did it take place strictly outside St. Stephan’s cathedral? Was there a snow storm which compelled the friends to abandon the coffin on its way to the cemetery of St. Marx and to turn back? Why was it that neither Mozart’s numerous in-laws nor his freemason brethren, his friends or his colleagues visited his grave during the next days, weeks, months or years so that it is still lost today? Why did Constanze go to St. Marx for the first and only time a full 17 years later – on the urging of an acquaintance? Why did brother-in-law J. Lange in his autobiography address the death of his brilliant relative with no more than a half sentence whereas he paid a page-long tribute to a colleague? Why did the urbane man of the world and active eye witness Baron Gottfried van Swieten refuse several times to contribute to an enlarged Mozart biography? Why did Mozart’s biographer G.N. Nissen not interrogate his wife, Constanze; why did he write to her sister Sophie Haibl about Mozart’s death? Who started the rumor that A. Salieri was Mozart’s enemy? Who forged the handwritten information as to Mozart’s authorship in the autograph of the Requiem KV 626? Why is there a tremor in the handwritung of the last notes in the Freimaurerkantate KV 623? Why did the clergy of St. Peter and even of St. Stephan refuse to administer the sacrament of the Last Ointment, although Mozart had been active there as a church musician during his last months? Were they entitled to do this? Why were his exequies not held in his home church St. Stephan? Why did Vienna in no way commemorate the famous deceased, whereas in Prague a ceremony worthy of him was carried out in which almost the entire population took an active part? Why did Mozart’s freemason brethren arrange a collection for the widow and her little children only months after Mozart’s death and not, as usual, right away? Why is nothing known about the result? Why was the mourning in his masonic lodge only held half a year after Mozart’s death and not, as usual, immediately after his death? Why is it that, on this occasion, Mozart’s death was dealt with as a second rate matter and why does Hensler’s funeral speech introduce Mozart’s death as a „disgraceful subject“? Why does this speech mention „disgusting insects“ for which, according to circumstances, the body can serve as accommodation and nutrition? Why does it hint at an illness which cannot be named? Furthermore,, why does it deal so much with „virtue“? Why the exclamation: „Let his untimely death be for us the strongest encouragement to virtue!“? Why did the leading civil servant Baron van Swieten (son of the physician Gerard van Swieten, who with his Liquor Swietenii cured nearly 5000 patients of syphilis rampant in Vienna at that time) lose his high post as the president of the „Studien-Hofkommission“ on the exact day of Mozart’s death? Why, the day after Mozart’s death, did the subordinate civil servant Franz Hofdemel attack his pregnant wife Magdalena, a pupil of Mozart’s, with a razor and kill himself by cutting his throat? Why did the empress with her royal household visit the middle-class Magdalena? When Magdalena was introduced to Beethoven, why did he refuse to play before her exclaiming: „Hofdemel? Isn’t that the woman Mozart had an affair with?“ Why did C.F. Zelter remind his friend J.W. von Goethe in a letter in 1827 that Mozart „had ruined his robust health with women“? Why did old J. Haydn shed tears whenever the name of his long-deceased friend was mentioned? Why did the magistrate of the city of Vienna only made a search for Mozart’s grave after the death of all the witnesses? Why, according to the English historian F. Carr, do the officials of Vienna, up to the present day, treat Mozart’s death and burial “with the utmost embarrassment, tardiness and shamefaced reserve”?